Oktoberfest, Folklore, Kultur und Zeitgeist

Im Oktober kommt ein interessantes neues Buch raus bzw. Projekt. “ZeitGeist”. Das Buch soll zur Diskussion anregen. Dazu wurde schon jetzt ein Blog mit gleichem Namen eingerichtet.Der Titel sagt schon einiges über den Inhalt aus. Es wird viel mit den Worten Zeit und Geist gespielt, gedacht und geschrieben. Das Buch ist aber kein Buch, dass gegen “den bösen Zeitgeist” wettert. Ich würde sagen es geht mehr darum, wie wir als Christen “kulturrelevant” leben können … wie Geist in diese Zeit kommen kann.Der Hintergrund der Thematik ist, dass wir Christen uns über die Jahre eine ganz eigene Gemeindekultur entwickelt haben und uns so in gewisser Weise von dem Umfeld, in dem wir leben, isoliert haben. Gott hat sich die Sache aber eigentlich anders vorgestellt. Und so ist es unsere Herausforderung uns in die Kultur um uns her reinzudenken, um in ihr anstatt neben ihr unser Christsein leben zu können.

Ein Eingehen auf eine neue Kultur erfordert einen neuen Ansatz, der im Paradigma der neuen und eben nicht in dem der alten Kultur denkt . Gleichzeitig ist jedoch auch Differenzierungsvermögen gefragt, denn keine Kultur bildet das Evangelium in Reinform ab – damit aber auch nicht die neue. (Einleitung, S. 10)

Dieser Ansatz ist nicht wirklich neu für Christen, die in anderen Ländern leben. Es wird allerdings relativ selten in Deutschland als Notwendigkeit wahrgenommen …Ich finde das Ganze sehr spannend … aus verschiedenen Gründen. Erstens interessiert mich was in Deutschland abgeht. Zweitens können wir als Christen in andern Kulturen wieder von diesem Prozess profitieren. Und allzu weit weg sind wir ja auch gar nicht kulturell …Am besten verschafft ihr euch selbst einen ersten Eindruck. Hier ein Abschnitt zum Stichpunkt “Kulturrelevanz”, den ich beim Probelesen ganz witzig fand. “Oktoberfest” gibt es nämlich in Slowenien auch ;) …

Jeder von uns kennt den Unterschied, wenn er im Ausland auf „deutsche Küche” oder gar ein „Oktoberfest” mit Trachtengruppe stößt . Hierbei handelt es sich um Folklore, also um einzelne Elemente der „deutschen Kultur”, die sich relativ leicht übertragen lassen . Solange es sich um bekannte deutsche Trinklieder handelt, spielt es in diesem Zusammenhang also keine Rolle, ob der Tubabläser in Lederhosen überhaupt deutsch spricht, er kann sogar Ostasiate sein und noch nie europäischen Boden betreten haben . Diese Form von „Kultur” lässt sich in der Regel ohne Probleme leben, schließlich handelt es sich nur um Kleidung, Musikstile oder Ähnliches, weswegen so etwas nahezu überall toleriert wird . Das ist jedoch nur Folklore . Zur Kultur gehört viel mehr … . (Einleitung, S. 9)

Die ganze Einleitung und eine weitere Leseprobe gibt es auf der Seite zum Buch. Am Besten füttert ihr auch gleich euren Feedreader mit dem Feed des Blogs.

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